About

Linguistik und Online-Marketing

Seit März 2014 bin ich im Bereich Web-Analyse & Online-Marketing tätig. Bei der diconium marketing GmbH in Stuttgart kümmere ich mich um die inhaltliche Analyse von Web-Seiten und Online-Shops. Wir führen quantitative, automatisierte Analysen von Verkaufstexten durch, und bestimmen Themen, Keywords, Inhaltsaufteilung sowie die stilistische Ausrichtung der Webseite. In unserem News-Blog können Sie lesen, warum Linguistik immer wichtiger für Web-Analyse und analytisches CRM wird.

Meine zweite Aufgabe ist es, die Texte unserer Kunden auf bestimmte Zielgruppen oder ein bestimmtes Markenprofil anzupassen. Hierfür habe ich einen Content-Style-Check entwickelt, der die Texte von Kunden aufgrund von grammatischen und lexikalischen Parametern in eines von neun verschiedenen Stilprofilen einordnet. Hierdurch können unsere Kunden anhand von Daten erkennen, ob sie die Message „rüberbringen“, die sie auch rüberbringen möchten.

Lehre in der Germanistik

Von 2009-2014 war ich wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Linguistik der Goethe-Universität Frankfurt. Hier habe ich Seminare und Vorlesungen im Fach Germanistik bzw. Deutsch für Bachelor, Lehramt und Magister durchgeführt. Die Inhalte meiner Lehrveranstaltungen decken hauptsächlich die Gebiete Semantik, Morphologie und Grammatik des Deutschen ab und sind über die Seite Seminare zugänglich. Dort stehen die Vorlesungsfolien sowie Übungen zum Download in pdf-Format zur Verfügung.

Sprachvergleichende Forschung zu Aspekt und Modus

Meine Forschungsthemen umfassen nicht nur Phänomene der deutschen Sprache. Ich habe vorwiegend zum Deutschen und Französischen, aber auch zum Englischen und zum Finnischen geforscht. Den zentralen Gegenstand meiner Recherchen bilden die grammatischen Kategorien Modus und Aspekt.

Meine Dissertation Verbal Properties of Deverbal Nominals (2011, Wissenschaftlicher Verlag Trier) behandelt französische, deutsche und englische Wortbildungsprozesse. In dieser Arbeit werden deverbale Nominalisierungen auf ihre Aspekteigenschaften hin untersucht und verglichen. Diese abgeleiteten Nomen nehmen Funktionen an der Schnittstelle zwischen Lexikon und Syntax sowie zwischen Nomen und Verb ein und zeigen kategorieübergreifende grammatische Eigenschaften. In meinem Paper „Aspect Indicators for Deverbal Nominals on Different Syntactic Levels“ wurde die Interaktion von Tempus, Satzaspekt und nominalem Aspekt thematisiert.

Die Arbeit im Anschluss an meine Dissertation hat sich nun eher in den Bereich Modus verlagert. Dort stehen insbesondere der Imperativ und seine funktionalen Synonyme im Mittelpunkt des Interesses. Eine besondere Rolle innerhalb des direktiven Spektrums nehmen im Deutschen der Infinitiv und das Partizip ein, die oft als „Ersatzformen“ für den Imperativ gesehen werden. Diese Formen habe ich fürs Deutsche untersucht und in einem Sprachvergleich mit dem Finnischen in meinem Artikel „Gut Durchlesen!“ in der Zeitschrift Deutsche Sprache beschrieben. Das direktive Partizip wird gesondert im Beitrag „Eigenschaften von direktiven Partizipien im Deutschen“ behandelt; ein weiterer Aufsatz zu seiner diachronen Entwicklung ist in Vorbereitung. Zum Thema „Imperatives and other directive strategies“ wurde in Kooperation mit Daniel van Olmen (Lancaster) ein Workshop an der SLE-Konferenz 2013 organisiert. Im Oktober 2014 kommt mein Lehrbuch „Tempus, Modus, Aspekt im Deutschen“ heraus, wekches sich für Studierende ab dem 3. Semester eignet.

Alle Arbeiten von mir sind auf der Seite Publications zu finden.